"NICHT OHNE UNS 14%” |
All Good Nation

Der Social Spot für die Bundesinitiave "Nicht ohne uns 14%" erzählt in einer pastellfarbenen Retrowelt, wie sich das Leben für sechs Protagonist*innen ohne Stimme anfühlt.

Personen, die seit mindestens fünf Jahren in Deutschland leben und wegen einer fehlenden deutschen Staatsbürgerschaft nicht wahlberechtigt sind, machen 14 % der erwachsenen Bevölkerung aus. In Zahlen gesprochen sind es rund 10 Millionen Einwohner*innen, die in unserer Demokratie keine direkte politische Repräsentation durch Wahlen erfahren. Diese statistische Realität bildet den gesellschaftlichen Ausgangspunkt des Spots und wird in eine emotionale Erzählstruktur überführt, die individuelle Perspektiven sichtbar macht.

Die sechs Protagonist*innen werden dabei nicht als abstrakte Fallbeispiele inszeniert, sondern als eigenständige Figuren mit unterschiedlichen Lebenshintergründen, Routinen und Hoffnungen. Ihre Stimmen bleiben jedoch symbolisch „ungehört“, was sich in der Inszenierung durch wiederkehrende visuelle Motive wie stumme Gespräche, unterbrochene Interaktionen und nicht beantwortete Gesten ausdrückt. Die pastellfarbene Welt verstärkt diesen Eindruck, indem sie eine scheinbare Leichtigkeit erzeugt, die im Kontrast zur fehlenden politischen Teilhabe steht.

Der Spot arbeitet bewusst mit Reduktion und Metaphern, um die Diskrepanz zwischen gesellschaftlicher Integration im Alltag und politischer Exklusion zu verdeutlichen. Gleichzeitig wird die Frage aufgeworfen, wie Demokratie wahrgenommen wird, wenn ein signifikanter Teil der Bevölkerung zwar lebt, arbeitet und Teil der Gesellschaft ist, jedoch nicht an zentralen Entscheidungsprozessen teilnehmen kann.

„Nicht ohne uns 14%“ versteht sich damit als künstlerischer wie politischer Impuls, der auf Sichtbarkeit, Teilhabe und strukturelle Diskussion abzielt. Ziel ist es, einen Perspektivwechsel anzustoßen und die Bedeutung demokratischer Mitbestimmung als grundlegendes Element gesellschaftlicher Zugehörigkeit neu zu verhandeln.